Sebastian Driemer vom Kompetenzzentrum drkserver hat mit ihm gesprochen.
Der LV Hamburg ist das jüngste Familienmitglied der drkserver-Familie. Was war für Sie der Grund diesen Schritt zu gehen?
Beim komplexen Hilfeleistungssystem müssen sämtliche Räder ineinandergreifen. Dafür ist der drkserver ein wichtiger Baustein. Wenn die Daten gut gepflegt sind, dann können wir jetzt zum Beispiel auf Knopfdruck ermitteln: Wer spricht ukrainisch? Und das unter Beachtung des Datenschutzes.
Wie sind Sie vorher an die Daten gekommen, die der drkserver künftig liefern soll und kann?
Das haben wir bisher zwar auch geschafft, aber nicht in der Verästelung, in der es der drkserver vorsieht. Es gibt zwar überall Menschen, die den Superüberblick haben (lacht), aber in dieser schnelllebigen Zeit ist das ja kaum noch möglich. Da kann der drkserver eine wichtige Hilfe sein.
Hilfszug im drkserver abbilden
Was ist im Vorfeld des Beitritts schon passiert?
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesverbandes haben vom drkserver-Team Schulungen bekommen. Und auch aus den Kreisverbänden, die mitmachen, haben Ehren- und Hauptamtliche teilgenommen. Wir haben jetzt also schon einen guten Grundstock an Wissen.
Der LV kann ja auch eine Vorbildfunktion haben. Welche Ideen gibt es schon auf Ebene des Landesverbandes um den drkserver in Arbeitsprozesse einzubinden?
Wir sind Ansprechpartner für die Kreisverbände. Außerdem haben wir auf LV-Ebene einen Hilfszug, eine Katastrophenschutzreserve. Diese Daten sollten natürlich im drkserver verfügbar sein für den Krisenfall.
Einheitliche Datenbank für wichtige DRK-Fragen
Was sind die nächsten Schritte?
In den beteiligten Kreisverbänden haben die Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer entsprechende Zugriffsrechte bekommen. Sie starten jetzt mit der Pflege der Personal- und Technikakten. Im Sommer ist noch mindestens ein Austauschtreffen geplant zwischen Kreisverbänden und Landesverbänden, um Fragen zu klären, die sich ergeben.
Und worauf freuen Sie sich?
Auf eine einheitliche Datenbank für wichtige DRK-Fragen. Je mehr Landesverbände mitmachen, desto stärker können wir mit einheitlichen Daten zum Beispiel gegenüber dem Bundesinnenministerium auftreten. Mit Daten und Statistiken können wir die Bedeutung des DRK und seiner Hilfeleistungen widerspiegeln.
Jetzt 15 von 19 Landesverbänden beteiligt
Damit sind jetzt 15 der 19 DRK-Landesverbände am drkserver beteiligt. Mit dem LV Hamburg ist jetzt auch der dritte und letzte Stadt-Landesverband des DRK dabei. Der LV Bremen war 2020 beigetreten, der LV Berliner Rotes Kreuz schon in den 2010er Jahren. Im Norden wirken außerdem die LVe Schleswig-Holstein, Oldenburg und Niedersachsen mit.
Der Osten Deutschlands ist – abgesehen von Berlin – mit den Landesverbänden Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt vertreten. Im Westen Deutschlands tragen die Landesverbände Westfalen-Lippe und Nordrhein ihre Daten ein. Zudem sind die Landesverbände Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und das Badische Rote Kreuz am drkserver beteiligt.